Fürstenfeldbruck - Strukturanalyse eines Mittelzentrums
Ein Projekt der Klasse 11b im Schuljahr 1997/98
Im Juni und Juli 1998 stellten Schülerinnen und Schüler der Klasse 11b des Viscardi-Gymnasiums in Fürstenfeldbruck in verschiedenen, qualitativ hochwertigen Referaten eine umfassende Analyse des Landkreises Fürstenfeldbruck zusammen.
Eine Auswahl dieser Referate soll hier vorgestellt werden.
 
 
 

Die Oberflächenformen des Landkreises FFB Andreas Habersetzer

Bodenarten und Bodennutzung Johannes Keller

Die Geschichte Fürstenfeldbrucks und deren Auswirkungen auf die
Siedlungsstruktur Sebastian Rüll & Christian Schindler

Der Ammersee Marion Lichtenberg
 

Die Amper Anna Heinz
 

 
 
 

Die Oberflächenformen des Landkreises FFB


Die Oberflächenformen unseres Landkreises entstanden durch die Gletscher in den verschiedenen Eiszeiten, die vor ca. 2,4 Millionen Jahren begonnen haben. Eine Eiszeit dauerte ungefähr 60000 bis 80000 Jahre. Vor ca. 10000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Die großen Eiszeiten waren die Günzeiszeit, die Mindeleiszeit, die Rißeiszeit und die Würmeiszeit. Durch die Bewegung der Gletscher entstanden Endmoränen (dort, wo der Gletscher stoppte), Seitenmoränen (an den Seiten des Gletschers) und Grundmoränen (unter dem Gletscher). Teilweise wurde der Untergrund so tief ausgeschürft, daß Seen, wie zum Beispiel der Ammersee oder der Starnbergersee, entstanden. Man unterscheidet in unserem Landkreis folgende vier Oberflächenformen:

Jungmoränenlandschaft
Die Jungmoränenlandschaft entstand in der Würmeiszeit (75000 - 10000 v.Chr.). Dabei quoll der Inngletscher über die Alpenpässe und schob sich nach Norden. Die Grundmoräne besteht aus lockerem, ungeordnetem Schotter bis hin zu sandigem bzw. lehmigen Schluff und hat eine flachgründige Verwitterungsdecke (40cm - 60cm). Besonderheit: durch beim Abschmelzen abgebrochene große Stücke der Gletscherzunge, die mit Moränenschutt zugedeckt wurden und erst Jahrhunderte später abschmelzen, entstanden tiefe Gruben, sog. "Toteiskessel".

Altmoränenlandschaft
Die Altmoränenlandschaft entstand in der Rißeiszeit (270000 - 150000 v. Chr.). Der Rißgletscher drang ca. 12km weiter nach Norden als der Würmgletscher. Die Grundmoräne besteht aus schluffsandigem Kies mit einer 30 Meter bis 20cm dicken Verwitterungsdecke. Die Altmoränenlandschaft wird durch mehr oder weniger breite Talzüge unterbrochen. Besonderheit: Es treten auch Schotterfelder auf ( z.B. Amperebene, Schotterebene von Jesenwang bis Mammendorf... ).

Niederterrassen - Schotterfelder (Münchner Ebene)
Während und nach allen Eiszeiten transportierten viele kleine und große Gletscherbäche massenhaft Schottermaterial von den Moränen ab und breiteten es flächenhaft aus. Die Schotterfelder bestehen aus faustgroßen, runden Steinen (die vom Wasser abgeschliffen wurden) bis hin zu Sand, die aus den nördlichen Kalkalpen und Urgestein aus den Zentralalpen kommen.

Tertiär - Hügelland
Das Tertiär-Hügelland ist die älteste Oberflächenform. Es entstand vor ca. 80 Mio. Jahren und wurde von den Gletschern nicht erreicht. Es ist ein flachkuppiges Hügelland, das sich bis ca. 500m Höhe über den Meeresspiegel erhebt. Es besteht aus Mergel, Ton und glimmerhaltigen Quarzsand, der teils in Schichten übereinander, teils vermischt ist.

Quelle: Landkreisbuch Fürstenfeldbruck © Andreas Habersetzer 1998
 

 
 
 

Boden und Bodennutzung im Landkreis FFB

Der Boden:
Der Boden ist im Lexikon als die belebte, oberste Verwitterungsschicht der Erdkruste definiert. Er ist durch physikalische, chemische und biologische Umwandlung entstanden. Verschiedene Bodenarten ergeben sich aus den unterschiedlichen Humusanteilen, Klimas und Vegetationen. Das Bodenprofil wird in Horizonte eingeteilt.
Böden und Bodennutzung im Landkreis:

Fingerartige Altmoränen im Norden:
- lehmiger Sandboden
- Nutzung durch Winterweizen, Sommergerste, Hafer, Mais, Körnerraps, Kartoffeln und Rüben

Tertiares Hügelland im Nordosten: - Sand- und Lehmböden mit vereinzelten Tonanreicherungen
- Nutzung durch Getreide, Mais und Zuckerrüben, an Hängen auch Grünland
- an steilen Hängen Bodenerosion
An manchen Stellen sind Altmoränen oder Teile des Hügellands mit Löß bedeckt, dort sind die Böden sehr fruchtbar.

Münchner Schotterebene im Osten:
- grobkörniges Material mit geringer Wasserhaltefähigkeit
- Nutzung durch Kartoffeln, Sommergerste, Roggen, Raps und Ackerbohnen
- Böden sind besonders gut für Maisanbau
- Boden mit schweren Maschinen bearbeitbar

Jungmoränen im Süden Moorige Gebiete:
- Dachauer Moos
- Allinger Moos
- Haspelmoor
- Ampermoos
- Teile des Maisach-, Amper- und Glonntals
- Nutzung durch Winter- und Sommergetreide, Mais, Raps und Kartoffeln
Im Landkreis Fürstenfeldbruck befinden sich vorwiegend gute Böden. 20% der Böden sind landwirtschaftlich ungünstig, diese sind vor allem in Moorgebieten.

Bodennutzung:
Bodennutzung nennt man die Aufteilung der Bodenfläche in die verschiedenen Kulturarten und folgende Hauptnutzungsarten:
- Landwirtschaftliche Nutzfläche
- Wald
- Moor
- Gebäude- und Industrieflächen
- Wege und Eisenbahnen
- Gewässer
- Park- und Sportanlagen
Früher richteten sich die Bauern noch nach den natürlichen Bedingungen, heute widerum zählt nur noch die wirtschaftliche Situation, das Konsumverhalten der Leute und die Technik. Hierzu einige Beispiele:
Da in den letzten 40 Jahren die Viehhaltung stark zurückging, ist der Grünlandanteil von 41% auf 23% der Fläche zurückgegangen. Das Konsumverhalten hat sich geändert, weswegen der Kartoffel- und Roggenverbrauch zurückging. Heute wird im Ausgleich dazu mehr Weizen angebaut. Der Technikfortschritt führte dazu, dass die Pferdehaltung stark zurückging. Eine Folge daraus war, dass proportional zur Zahl der Pferde der Haferanbau abnahm. Wegen dem erhöhten Einsatz in der Viehhaltung "boomt" der Mais geradezu. Wurden 1949 nur neun Hektar für den Maisanbau verwendet, so waren es 1987 schon 4253 Hektar. Umgerechnet kann man von einer Ver472fachung sprechen.
Diese Beispiele waren aus genauen Zahlen zu erkennen. Das die landwirtschaftliche Nutzung wirklich nichts mehr mit der Bodenbeschaffenheit zu tun hat, bewies der Vergleich der Zahlen des Landkreises FFB mit dem im Franken gelegenen Landkreis Bad Windsheim/ Neustadt Aisch. Obwohl die Böden verschieden sind, lassen sich doch die gleichen Trends anhand der Zahlen gut erkennen.


 

 
 
 

Die Geschichte Fürstenfeldbrucks und deren Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur

Die erste in unserem Landkreis vorkommende Dorfstruktur ähnelt der des Haufendorfes: Da nur Adelige und Edelfreie sowie die durch die Christianisierung emporkommende Kirche Grund besitzen durften, war der Großteil der Bevölkerung wirtschaftlich und leibherrlich abhängig. Die Folge war eine "haufen"artige Umgruppierung von Leibeigenen-Hütten um den hiesigen Fronhof des Grundherren. Diese im Frühmittelalter entstehenden Siedlungen lagen aufgrund leichterer Wasserversorgung zumeist an Flüssen, sowie Fürstenfeldbruck an der Amper gegründet wurde, und wurden wegen mangelnder Bodenbearbeitungsmöglichkeiten zunächst auf Schotterterrassen angelegt, nach der Erfindung des Langpflugs im 12. Jahrhundert auch auf anderen Böden. Die Aufteilung des Fronhofs an erbberechtigte Kinder, Teilschenkungen an Klöster und andererseits Besitzzuwachs durch Heirat führten jedoch schon bald zu starker Besitzzersplitterung. Die nicht zum ursprünglichen Grundbesitz gehörenden Höfe wurden mit einer durch Rodungen neuangelegten Blockflur zur Bewirtschaftung an Kolonen oder villici (Maier) übergeben, die als Gegenleistung Abgaben an den Grundherren liefern mussten. Diese Entwicklung führte zu einer Verdichtung und Verdorfung innerhalb der Altsiedlungen. Nachdem schließlich die Villikationsverfassungen aufgehoben wurden, lockerte sich auch die Gebundenheit der Leibeigenen an ihren Grundherren. Durch den Ausbau von Einödhöfen zu Kleinweilern, in denen man oft Leibeigene als Mancipien zur Bewirtschaftung der so neuentstandenen Höfe einsetzte, schwand deren Anteil an der Bevölkerung. Bis zum 14. Jahrhundert teilte man Fronhöfe in von Bauern bewirtschaftete Hufen auf.

Der Ursprung unseres Ortes liegt in der Mitte des 12. Jahrhundert in dem Brückenort "Bruck", der aufgrund der von München nach Augsburg führende Salzstraße als Zollstätte erbaut wurde. Ein Jahrhundert später baute man bereits das Zisterzienserkloster Fürstenfeld, was die damals sehr gläubige Bevölkerung wohl anzog. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entstand die Ortskirche Maria Magdalena, die später bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster gehörte. Trotzdem gehörte Bruck bis in 19. Jahrhundert zur Dorfpfarrei Pfaffing. Das 1306 erlangte Marktrecht ließ Bruck aufblühen; Mitte des 14. Jahrhunderts erreichte der Landesausbau seinen Höhepunkt. Als der Bayerische Erbfolgekrieg einsetzte, wurden Einödhöfe zum Schutz in die Siedlungskerne verlegt. Die daraus folgende weitere Verdichtung der Siedlungen führten zu Pfarr- und Kirchdörfern, in denen sich aufgrund der durch zahlreiche Wüstungen beeinträchtigten Landwirtschaft ländliches Handwerk wie Schmied, Müller und Wirt entwickelte.

FFB 1701

Das 16. Jahrhundert brachte der Bevölkerung eine lange Friedenszeit, in der es zu starker Bevölkerungsvermehrung kam. Leibeigene bekamen mehr Rechte und wurden bald wirtschaftlich unabhängig. Die große Handwerks-Nachfrage brachte dem Markt "Bruck" einen großen Einzugsbereich. Als sich Mitte des 16. Jahrhundert jedoch das Klima verschlechterte und keine Ausweitung der Landwirtschaft mehr möglich war, zogen viele, vor allem arbeitslose Bauernsöhne, in Märkte und Städte oder ins Ausland. Der 30-jährige Krieg 1618-1648 machte Bruck schwer zu schaffen. Einfälle, Plünderungen, Verwüstungen und Hungersnot sowie die Pest (81 Tote in Bruck) führten zu einer drastischen Entvölkerung und Zerstörung. Im spanischen und österreichischen Erbfolgekrieg kam es zu weiteren Zerstörungen, der Markt brannte fast völlig nieder. Obwohl man 1651 begann, Grundstücke billig zu verkaufen, ging der Wiederaufbau kaum voran, es gab sogar weitere Verluste bis 1760 hinzu. Die Geschichte des "Amperbads" reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Da man dem Wasser Heilkraft nachsagte, blieb es bis zum 20. Jahrhundert bestehen; dabei wurde Bruck sogar Kurort.


FFB 1873

Als sich im 18. Jahrhundert der Wohlstand unter den Bauern verbreitete, verlagerte sich das Arbeitsinteresse auf das Handwerk. Nun wirkte sich auch das Söldenbildungsverbot von 1616 aus: Die Zahl der Obdachlosen nahm zu. Die Säkularisation 1803 brachte dem Markt Bruck mehr Selbständigkeit; er hing nun nicht mehr vom Kloster ab. Zur gleichen Zeit bekam Bruck eine eigene Pfarrei. Die 1814 erhaltene städtische Verwaltung musste jedoch 1818 aufgrund der hohen Kosten wieder aufgegeben werden. Das durch die Bauernbefreiung 1848 veranlasste Ablösungsgesetz ließ es nun zu, dass Grundstücke frei verkauft werden konnten. Unter anderem verkauften manche Bauern aber auch einen Teil ihres erhaltenen Grunds an Dorfhandwerker, wodurch sich das Stadtbild veränderte und vergrößerte. Viele wussten jedoch mit der neu erhaltenen Freiheit nicht umzugehen, was zahlreiche Hofzertrümmerungen beweisen. An ihrer Stelle wurden Wohn- und Wirtschaftsgebäude gebaut; das Dorfgefüge blieb erhalten. Die niedrige Kindersterblichkeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verursachte einen erhöhten Raumbedarf, das zur Expansion nötige Geld wurde durch den Verkauf einzelner Flurstücke aufgebracht. 1860 wurden bereits einfache Kanäle zur Reinhaltung der Straßen gebaut, 1862 wurde ein königliches Bezirksamt nach Bruck verlegt. Als schließlich 1868 das Rathaus fertiggestellt war und Bruck die Gewerbefreiheit erlangte, begannen für Bruck die "Goldenen Jahre", die durch schnelles Wachstum und den Siegeszug der Technik gekennzeichnet waren. 1873 erhielt der Markt Anschluss an die Eisenbahnlinie München - Lindau, 1876 erhielt die Post einen Telegraphenmasten und 1890 bereits einen Telefonanschluss. Der bisher von den Mönchen des Klosters praktizierte Unterricht wurde nun durch den Bau zahlreicher Schulen übernommen und ausgeweitet. Nichtsdestotrotz gab es 1875 20% Erwerbslose. Noch war keine Industrie in Bruck ansässig; der Markt boomte, bis 1962 ließen sich 55 Industriebetriebe nieder. Bemerkenswert war das große Interesse der Bürger an ihrem Markt, die immer wieder Stiftungen und Vereine gründeten. 1883 wurde sogar eine gemeindliche Sparkasse errichtet.

Der größte Schritt in Richtung Neuzeit wurde durch den Bau des Wasserkraftwerks in Schöngeising 1891/92 gemacht. Es war das 1. Elektrizitätswerk in Bayern, von Oskar von Miller erbaut. Ganz Bruck konnte nun mit Strom und, durch die Möglichkeit elektrisch betriebener Pumpen, bald auch mit Wasser versorgt werden; die Brunnen verschwanden aus dem Stadtbild. Ein Klärwerk und Abwasserkanäle wurden jedoch erst nach 1910 eingesetzt. 1908 wurde endlich der lang ersehnte Wunsch nach einer steinerne Amperbrücke verwirklicht. Schließlich wird der Doppelname "Fürstenfeldbruck" auch noch amtliche Ortsbezeichnung. Doch bereits um 1900 machte hohe Arbeitslosigkeit den Bruckern zu schaffen. Viele Betriebe gingen in Konkurs und vergrößerten die herrschende Not. Hinzu kam der 1. Weltkrieg 1914 - 1918, bei dem 147 Fürstenfeldbrucker starben. Die 1923 einsetzende Inflation verstärkte das Elend noch. Nach dem Krieg machte man sich daran, das Straßennetz auszubauen und teilweise zu asphaltieren. Als 1931 das neues Postgebäude (Ecke Bahnhofsstraße) eingeweiht wurde und man am 1.5. 1934 den Grundstein für ein neues Rathaus legte, ging es mit Bruck wieder aufwärts.


FFB 1913

Am 8. März 1935 entsandte Fürstenfeldbruck ein Bittschreiben um Stadterhebung. Man hatte zu dieser Zeit bereits "vorbildliche", teilweise asphaltierte Infrastruktur, elektrische Versorgung, ein Krankenhaus mit 100 Betten, 4 Polizisten und seit dem ersten Weltkrieg 200 neue Wohngebäude und noch 100 ha Baugelände. Diese Ausstattung veranlasste am 4. Juli 1936 die Staderhebung Fürstenfeldbrucks. Zur selben Zeit setzt der Autoverkehr ein. 1936 gab es bereits 100 Wagen, aber auch 11 Tote und 145 Verletzte durch Unfälle. In den Jahren 1935/36 wurde der Fliegerhorst gebaut und verwirklicht, 1937 wurde er bereits bezogen. Es folgte der 2. Weltkrieg: Der Fliegerhorst wurde bombardiert. Später wurde zwischen Emmering und dem Fliegerhorst ein Gefangenenlager für 40.000 Personen eingerichtet; Fürstenfeldbruck wurde als "Fursty" weltbekannt. Im April 1945 sprengten Amerikaner die Eisenbahnbrücke und wollten sogar die Amperbrücke sprengen. Der Antisemitismus hatte auf Fürstenfeldbruck jedoch keine Auswirkungen. Vor 1933 waren nur 4 Juden in Bruck ansässig, von denen keiner ein Konzentrationslager miterleben musste. Am Ende des zweiten Weltkrieg belastete Fürstenfeldbruck das Problem der Heimatvertriebenen. 1947 waren 1/3 der Einwohner Brucks Flüchtlinge. Bauboom und Wohnungsnot waren die Folge, Notbehausungen wurden eingerichtet. Die Währungsreform 1948 brachte erneutes Aufstreben: Neben dem Bevölkerungsanstieg sind rege Bautätigkeit, neue Straßen und Gewerbezweige zu vermerken. Die Zahl der nicht landwirtschaftlich tätigen Arbeiter stieg.

In letzter Zeit entwickelte sich Bruck zu einer "Schlafstadt": 6000 Arbeiter pendeln täglich nach München. Ein Verkehrskollaps konnte durch die nach außen verlegte B471 und den seit 1972 existenten MVV unterbunden werden. Fürstenfeldbruck wächst auch heute noch rapide, jedoch kontrolliert. Außerdem ist eine Subzentrenbildung beim Bahnhof und bei der Kirche St. Bernhard zu beobachten: Fürstenfeldbruck ist keine Kleinstadt mehr, es ist zu einer Mittelstadt herangewachsen. Heute hat Fürstenfeldbruck eine Fläche von 32,57 km2 (1995). Die Leistungen verteilen sich auf 2/3 Handel/Verwaltung und 1/3 produzierendes Gewerbe.
 

Quellen:
o Wilhelm Beckedorf: Wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an den Gymnasien im Jahre 1966 in München, Historisch-geographische Entwicklung und Struktur
o Landkreis Fürstenfeldbruck (Hrsg.): Der Landkreis Fürstenfeldbruck, Natur - Geschichte - Kultur, Fürstenfeldbruck, 1992
o Dr. Lorenz Lampl: Fürstenfeldbruck einst und heute, EOS Verlag, Sankt Ottilien, 1985 o Cornelia Oelwein: Bayerische Städtebilder, Altbayern, Fürstenfeldbruck, Kloster Markt und Brücken, deutscher Sparkassenverlag, 1994
o http://www.fuerstenfeldbruck.de/GESCHICH.HTM, Stand: 24.06.1998
o Volker Liedke/Peter Weinzierl: Denkmäler in Bayern, Landkreis Fürstenfeldbruck, Karl M. Lipp Verlag
o Dr. Lorenz Lampl: Fürstenfeldbruck in alten Ansichten, EOS Verlag, Sankt Ottilien, 1984
o Brockhaus Verlag (Hrsg.): Brockhaus in 24 Bänden, 1996

Hier ist übrigens die Seite von Sebastian
 
 

 
 
 

Der Ammersee

1. Entstehungsgeschichte:
Vor ca. 600000 Jahren gab es aus noch nicht geklärten Ursachen eine Klimaverschlechterung. Deshalb konnte der Schnee im Gebirge im Sommer nicht mehr abschmelzen und es kam zu einer Vergletscherung. Unser Gebiet wurde 4mal von solchen Gletscherstößen überformt. Vor ca. 100000 bis 20000 Jahren gab es die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit. Beim letzten Rückzug des Eises vor ca. 10000 Jahren schabte der Loisachgletscher zungenförmig das Ammerseebecken aus.

2. Fakten:
Der Ammersee hat eine Fläche von 47,6km², eine Länge von 16km, eine Breite zwischen 3km und 5km und eine Tiefe bis zu 83m. Außerdem hat er im Süden einen Zufluss, nämlich die Ammer aus den Alpen, die den See als Amper im Norden wieder verlässt. Problematik der Verschlammung:
Die Ammer bringt aus den Alpen viel Geröll und Humus mit, was alles in den Ammersee geschwemmt wird. Der Versuch, die Ammer durch einen Kanal zu entschärfen, scheiterte. Vor ca. 15000 Jahren reichte der Ammersee noch vom Fuß des Hohenpeißenbergs bis nach Grafrath. 1915 gab es noch den Dampfersteg in Fischen. Wenn die moderne Wissenschaft keine Möglichkeit findet, den Ammersee zu retten, dann wird er in 5000 Jahren so klein sein wie der Pilsensee, in 10000 Jahren eine Moorlandschaft und in 15000 Jahren Bauland.

3. Freizeitwert:
Der Ammersee ist ein beliebter Urlaubs- und Ausflugsort. Das liegt vor allem an seiner günstigen Lage. Zum Einen hat er die Nähe zu den Alpen im Süden, zum anderen gibt es eine gute Infrastruktur zu allen Orten rund um den Ammersee. Außerdem liegt er ziemlich nah an der Autobahn.Es gibt dort viele Badestrände, viele Wanderwege und auch sehr viele Restaurants direkt am See.

4. Sage über die Entstehung des Ammersees:
Man sagt, dass früher dort, wo jetzt der Ammersee ist, eine Stadt namens Damasisa gewesen sein soll. Damasia reichte von Weilheim bis Wartaweil. Das Umland war sumpfig. zwei Schwestern, die sich nicht leiden konnten, sollten es urbar machen. Die Arbeit war sehr schwer und so passiete der einen Schwester ein Fehler, wo auf ein bereits trockengelegtes Fleckchen wieder Wasser durch kam. Darauf sprach die andere Schwester einen Fluch, dass alle Wiesen und Felder voller Wasser wären, damit die Plackerei ein Ende finde. So begann es zu regnen und zwar so lange bis die ganze Stadt samt Mensch und Tier fast ganz versunken war. Es blieben nur ein paar Häuser, die dort, wo heute Dießen liegt, erhöht gestanden hatten. Über der großen Stadt Damasia aber liegt der See.

 
 
 

Die Amper

Die Ammer/Amper entstand vor circa 10.000 Jahren während der Würmeiszeit aus dem Isar-Loisach-Gletscher. Mit Abschmelzen des Gletschers staute sich das Wasser in den verschieden tief aufgeschobenen Bodensenken und schuf sich schließlich bei Grafrath einen Abfluss.
Der Name Ammer/Amper ist aus der indogermanischen Wurzel "ab" = Wasser(-lauf) entstanden. Weiterbildungen finden sich in dem griechischen Wort "ombros", und in der lateinischen Bezeichnung für den Fluss "amnis/ambris". Heute wird der Fluss, der sich auf eine Länge von 175 km erstreckt, vor dem Ammersee "Ammer" genannt, danach "Amper".
Die Ammer entspringt als Wildbach im Ammergebirge und hat bis zu ihrer Einmündung in den Ammersee bei Fischen alle Merkmale eines Gebirgsbaches (z.B. ein starkes Gefälle). Nach Verlassen des Sees hat sich der Fluss, der nun Amper heißt, zu einem träge dahinfließenden Flusslauf entwickelt, der bei Moosburg in die Isar einmündet.
Die vielen verschiedenen Naturräume im engeren Umkreis des Flusses (wie z.B. Auwälder, Sümpfe, Wiesen und Moore) waren der Grund für die frühe Besiedelung des Ampergebietes. Die wichtigsten Volksstämme, die sich dort niederließen, waren die Kelten, die Römer und die Baiuwaren.
Der Fluss, dessen Breite durchschnittlich 10 m und dessen Tiefe 1,5 m beträgt, hat durch Hochwasser immer wieder große Schäden angerichtet. In der Gegend zwischen dem Ammersee und Fürstenfeldbruck riefen die starken Hochwasser in den Jahren 1940 und 1954 heftige Forderungen der Bevölkerung nach Urbarmachung und anderen wasserbaulichen Maßnahmen hervor, die jedoch v.a. aus finanziellen Gründen nicht durchgeführt wurden. Heute sind Naturschützer froh darüber, da auf diese Weise eine verhältnissmäßig naturbelassene Landschaft erhalten geblieben ist. Im Jahr 1975 wurde der Antrag gestellt, das Ampermoos, welches zwischen dem Ammersee und Grafrath liegt, als Naturschutzgebiet auszuweisen. Dies geschah am 27.8.1982 gegen den erbitterten Widerstand vieler Bauern und Sportangler, und stellte für viele vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen die letzte Rettung dar. Ende der 70er Jahre wurde im Ampermoos aufgrund der von Bauern gebauten Entwässerungsgräben als Folge der zunehmenden Austrocknung ein steigender Artenschwund festgestellt. Daraufhin leitete man die Rückvernässung des Moores ein.
Neben dem Ampermoos gibt es noch zahlreiche andere Naturschutzgebiete, die wir der Amper verdanken, wie z.B. die Amperauen. Diese haben eine Ausdehnung von ca. 185 ha und bestehen aus vielen verschiedenen Naturräumen, was eine große Artenvielfalt garantiert. Sie sind, wie alle Naturschutzgebiete, für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten der letzte Zufluchtsort.

 
 
   
 

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Bürgerinformationen der Stadt Fürstenfeldbruck

Diese Seite wurde erstellt von Georg Schlamp, letztes Update am 01.01.00.