Die Bevölkerungsstruktur und -entwicklung der Stadt Schwabach

Dunja Hirsemann

Die Bevölkerungsentwicklung hängt primär von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Wanderungsbewegung und zum anderen von der Geburten- und Sterberate. Diese zwei Aspekte werden jedoch von geschichtlichen Ereignissen verstärkt.

Bevölkerungsentwicklung

Die erste dauerhafte Ansiedlung im Gebiet der Stadt Schwabach entstand ca. 520 n.Chr. durch schwäbisch-alemanische Siedler. Diese Ansiedlung beinhaltete zwei Hofgemeinschaften, die auf je zehn Bewohner geschätzt wird. Nach weiteren zwei Jahrhunderten verdoppelte sich Schwabachs Bevölkerung auf 40 Einwohner. Auch die Zahl der Gehöfte verdoppelte sich auf vier. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war 725 n.Chr.. Damals führten die Franken Krieg gegen die Bayern. Deswegen gründete der Hausmeier Karl Martell in Schwabach einen Königshof, der als Etappenstation für Verpflegung und Unterkunft für das fränkische Heer diente. Dort wurden dauerhaft 20 Bedienstete stationiert. Die Bevölkerungszahl stieg also auf 60 Bewohner.
Danach stieg die Bevölkerungszahl konstant langsam. Das nächste einschneidende Ereignis wurde um 1300n. Chr. Schwabach durch Graf Emicho von Nassau beschert, der um Schwabach einen Wall mit Graben und Palisaden erbauen ließ. Außerdem sorgte er für den Bau einer neuen strukturellen Siedlung, der Marktplatzsiedlung. Dadurch hatte Schwabach eine große Zuzugsrate und die Bevölkerung stieg auf 400 Einwohner. 1364 n.Chr. wurde die Stadtmauer erweitert und die Stadtteile Wöhrwiese und Boxlohe wurden miteinbezogen. Deswegen vergrößerte sich die Bevölkerungszahl auf 640.
1437 n. Chr. grassierte die Pest für ein halbes Jahr in Schwabach. Außerdem wurde Schwabach im gesamten 15. Jahrhundert durch Seuchen schwer geschwächt. Deshalb ging der explosive Bevölkerungsanstieg zurück. Auch die ab 1556 n.Chr. beginnenden Judenvertreibungen wirkten sich nachteilig auf Schwabachs Bevölkerung aus. Während des 30jährigen Kriegs hatte Schwabach zwei Belagerungen und eine Plünderung zu überstehen. Außerdem wurden 1/3 des Baubestandes zerstört. Dies führte dazu, dass in dieser Zeit die Bevölkerungszahl von 2100 auf 800 reduziert wurde. Nach dem 30jährigem Krieg wurde Schwabach für Emigranten und Juden geöffnet. Vor allem der Zustrom der Hugenotten aus Frankreich ab 1685 n. Chr. ließ die Bevölkerungszahl in die Höhe schnellen, da sie sich nicht nur sehr zahlreich ansiedelten, sondern auch neue Industrien mitbrachten. Dadurch wurden Schwabach zum industriellen Zentrum und zahlreiche Arbeitsplätze wurden geschaffen, was zu weiteren Zuzügen führte (1700 n. Chr.: 7500 Einwohner).
1771/72 herrschte in Schwabach anhaltende, nasse Witterung vor. Dies hatte sehr schlechte Ernten zur Folge, was Lebensmittelknappheit verursachte. Dazu kam noch, dass in Schwabach eine schwere Seuche grassierte. Dies führte zu einer Verminderung der Bevölkerungszahl von 7500 auf 5500. Schwabachs Bevölkerung erholte sich langsam, jedoch ging der Anstieg wieder zurück auf Grund der schlechten Wirtschaftslage. Von 1830-59 wanderten deswegen 247 Schwabacher Bewohner aus; allein 147 nach Amerika.
Während des 1. Weltkriegs war die Bevölkerung Schwabachs kaum vom Krieg betroffen, lediglich das Bevölkerungswachstum verlangsamte sich etwas. 1924 stieg Schwabachs Bevölkerung auf Grund der Eingemeindung von Forsthof und Uigenau.
Im 2. Weltkrieg hat Schwabach nur einen großen Bombenangriff zu überstehen. Dennoch sank die Bevölkerungszahl während des 2. Weltkriegs nicht. Der 2. Weltkrieg hatte hingegen einen starken Anstieg der Bevölkerung zur Folge, da fast 10000 Heimatvertriebene nach Schwabach kamen. Des weiteren kam es durch zahlreiche Eingemeindungen und dem Bau der Eichwasensiedlung (1970) zu einem Bevölkerungsanstieg Die Eingemeindungen erfolgten wie folgt:
1956 Limbach , Nasbach
1960 Unterreichenbach
1972 Obermainbach, Wolkersdorf, Dietersdorf, Unter- und Obermainbach, Raubershof, Penzendorf
1978 Schaftnach, Schwarzach und ein Teil von Neuses

Bevölkerungsstruktur

Hierbei sind drei Punkte herausgegriffen worden:
1. Ausländeranteil der Stadt Schwabach
Schwabachs Ausländeranteil hat sich seit 1965 von rund 2% kontinuierlich auf rund 8,5 % entwickelt. Diese Prozentzahl liegt auf jedem Fall weit unter dem Landesdurchschnitt.1999 lebten in Schwabach 3405 Ausländer bei einer gesamt Bevölkerungszahl von 39323. Anhand des Diagramms erkennt man den Vergleich zwischen der Ausländerzahl und der Zahl der gesamt Schwabacher Bevölkerung.


2. Religionszugehörigkeit
Die Schwabacher Bürger sind allgemein recht gläubig. Nur 21% sind aus der Kirche ausgetreten. Die Kirchenaustritte nahmen seit 1970 um rund 20% zu. Allerdings sind diese Kirchenaustritte nur von Seiten der evangelischen Schwabacher zu verzeichnen. Die katholischen Schwabacher hielten am ihrem Glauben fest.
3. Familienstand
Die Schwabacher Bürger folgten dem allgemeinen Trend zur Scheidung. Jedoch blieb der Anstieg der Scheidungsrate weit unter dem Landesdurchschnitt. 6% der Schwabacher Bürger sind geschieden. Folglich gibt es auch weniger verwitwete Schwabacher.




letztes Update: 06.04.01