Die charakteristische Korngrößenverteilung von Gesteinsresten, Mineralien und Mineralneubildungen nennt man Bodenart. Synonyme zu Bodenart sind Bodentextur, Korngrößenzusammensetzung bzw. Körnung.Prinzipiell unterscheidet man Feinboden und Grobboden. Der Grobboden bildet das Bodenskelett und kann in drei Bestandteile, die jeweils größer 2mm sind, aufgegliedert werden: in runde Skelettanteile, wie Geröll (G) und in eckige, wie Steine (X) und Grus (Gr). Sie bestehen aus dem Ausgangsgestein. In Schwabach selbst bilden Blasen- und Coburgersandsteine sowie unterer, mittlerer und oberer Burgsandstein die Grundgesteine.
Es treten drei Feinbodenarten auf, Sand (S), dessen Körner < 2 aber >0,063 mm sind, Schluff (U), mit Bestandteilen <0,063 und >0,002 mm und Ton (T), bei dem alle Bestandteile <0,002 mm klein sein müssen. Da die Bodenarten meist nicht rein vorliegen, unterscheidet man zwischen Ein-, Zwei- und Dreikorngemengen (L). In der Abkürzung des Dreikornbodens werden die dominierenden vorhandenen Körner im Lehmboden dem L vorangestellt, also suL = sandig schluffiger Lehm.
Aus der Zusammenfassung von Böden mit ähnlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften ergibt sich ein System, dessen Grundeinheiten die Bödentypen sind. Regional auf Schwabach und Umgebung bezogen liegt uns hier ein Bodenmosaik vor, d.h. die Bodentypen wechseln innerhalb des Stadtgebietes häufig und abrupt.
Die größte Einheit in diesem System bilden die Abteilungen, in denen die Einwirkung von Wasser auf den Boden bewertet wird. Die Klassen teilen die Böden nach Ähnlichkeit ihrer Horizonte ein. Innerhalb der Klassen befinden sich die Bodentypen, die Böden nach ihrer charakteristischen Horizontfolge gliedern. Aus den 76 Bodentypen werden nun folgende, in Schwabach häufig vorliegende, vorgestellt:
Parabraunerde
(hier aus Löss): Tonauswaschung im A-Horizont, deshalb Toneinschlämmung im B-Horizont. Besitzt im A-Horizont einen durchaus günstigen Wasser und Lufthaushalt, der durch landwirtschaftliche Maßnahmen noch verbessert werden kann.Pseudogley-Böden
haben einen fahlgrau gefärbten Oberboden mit braunen Rostflecken und bis zu erbsengroßen Körnchen aus Eisen- und Manganmineralen. Der Unterboden weist eine charakteristische rotbraune und schwärzlich-graue Marmorierung auf. Sie entstehen, wenn der Abfluss des Regenwassers gestört ist, etwa durch eine undurchlässige Tonschicht. Staunasse Pseudogleye sind ziemlich unfruchtbar: Bei Regen ertrinken die Pflanzen im sauerstoffarmem Wasser, zudem leiden sie unter der schlechten Durchlüftung dieses verdichteten, zugeschlämmten Bodentyps.
Podsol
heißt ein aschgrauer, vor allem in Gebieten mit kühlem, regnerischen Klima verbreiteter Typ. Wo der schützende Wald abgeholzt wurde, wusch das Regenwasser Tonteilchen und Eisensalze in die unteren Bodenschichten: Der Oberboden unter einer dünnen, meist versauerten Humusschicht blich aus und färbte sich blassgrau. Die rotbraunen Eisensalze haben sich im Unterboden gesammelt und verkleben ihn zu zementhartem "Ortsstein", den die Pflanzen- wurzeln nicht durchstoßen können. Böden dieser Art sind sehr arm an Nährstoffen.
Podsol auf Sand
Boden wird sowohl land- und forstwirtschaftlich, in Deutschland zu 83,8%, als auch, zu 11,5% als Siedlungsfläche genutzt. In Bayern unterscheidet man weiter:
A Böden mit Arten- und Biotopschutzfunktion
B Böden mit Wasserschutzfunktion
C Böden mit Ertrags- und Filterfunktion
D Böden verschiedener Intaktheitsgrade
E Deponien
Den Böden der Gattung A werden in Schwabach Braunerden aus Sanden und Schottern und Pseudogley-Böden sowie Auenböden zugerechnet. Da sie nur bedingt fruchtbar sind und deshalb nicht landwirtschaftlich genutzt werden können, dienen sie dem Naturschutz.
B-Böden zeichnen sich durch den hohen Grundwasserspiegel aus, der mindestens 2 Meter unter ihrer Oberfläche liegen muss.
C-Böden sind meistens ertragreiche Braunerden aus sL oder T (Bezeichnungen siehe oben).
Böden des D Bereichs sind entweder intakt (D1-Böden), mittelmäßig intakt (D2-Böden) oder nicht intakt (D3-Böden). Der Intaktheitsgrad hängt von der Bebauung ab, weshalb auch hier keine regional einheitliche Einteilung erfolgen kann.
Zu den E-Böden wird in Schwabach nur die Neusesser Deponie gezählt. Eine ehemalige Deponie in Schaftnach wurde zum Ackerland umgestaltet.
Bebaut sind 29 % der Schwabacher Stadtfläche. 49% der Stadtfläche haben Ertragsfunktion, 29% haben sogenannte Standortfunktion, 21% dienen dem Arten und Biotopschutz und 1% hat Wasserschutzfunktion.
Grundsätzlich sollte man den Boden als nicht regenerative Ressource betrachten und deshalb bei seiner Nutzung darauf achten, dass er
Erstens: vor Verdichtung zu schützen ist
Zweitens: möglichst wenig mechanisch bearbeitet werden soll, was ihn aus dem Gleichgewicht zwischen exothermen und endothermen Einwirkungen bringen würde
drittens: vor häufigem Einsatz von Chemikalien, sowie vor atmosphärischen Chemikalien zu schützen ist
viertens: vor Erosion zu schützen ist.
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Quellen:
Bodenkunde, Verlag Eugen Ulmer Stuttgart
Unser Boden, Urania Verlag Leipzig
Geographie 11, Cornelsen
Arten- & Biotopschutzprojekt Schwabach
http://www.statistik-bund.de/basis/d/geo/geonutz.htm