Die Bevölkerung im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach umfasst rund 160.000 Personen. Das entspricht bei einer Fläche von etwa 936qkm fast 171 Einwohnern je qkm.
Dabei beträgt die Bevölkerungsdichte im Landkreis 136 Personen/km, in der Stadt Schwabach dagegen 932 Personen/km.
Im Landkreis Roth sind knapp 6% aller Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. In der Stadt Schwabach beläuft sich dieser Wert auf 1,6%.Von den 2035 vorhandenen landwirtschaftlichen Betrieben werden 63% im Nebenerwerb bewirtschaftet.
Der Anteil der Nebenerwerbstätigen steigt. 36% der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden von diesen Betrieben bewirtschaftet.
Rund 40% der Landfläche wird als Pachtfläche bewirtschaftet, sind also nicht im Eigentum der Landwirte.Tierhaltung
Die Viehhaltung im Landkreis Roth erbringt das Haupteinkommen der ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe: rund 60-70% der landwirtschaftlichen Wertschöpfung stammen aus der tierischen Veredelung. Schwerpunkt der Tierhaltung ist die Rinderhaltung. 1999 wurden im Landkreis 43.000 Rinder gehalten, davon 15.000 Milchkühe. Trotz des Schwergewichtes der Rinderhaltung ist die landwirtschaftliche Tierhaltung im Landkreis Roth/Schwabach durch eine große Vielfalt gekennzeichnet. Neben der Schweinehaltung mit insgesamt ca. 24.000 Tieren werden im größeren Umfang auch Schafe, Pferde sowie Damwild, Ziegen und Legehennen gehalten.
Milchviehhaltung
Während bis 1984 die Zahl der Milchkühe ständig zunahm, ist seit Einführung der "Kontingentierung" eine ständige Abnahme der Milchkühe zu verzeichnen.
Heute werden 14.986 Kühe zuzüglich der erforderlichen Nachzucht in 874 Betrieben gehalten. Somit stehen durchschnittlich 17 Milchkühe in den Betrieben. In den letzten Jahren wurden zunehmend Laufställe für Milchvieh in verschiedenen Ausführungen gebaut, die sowohl den Tieren größtmögliche Tiergerechtigkeit als auch den Menschen insbesondere bei der Melkbarkeit Erleichterung bei der täglichen Arbeit bieten.
Mit den Laufställen werden auch die Tierbestände größer. Die Zahl der Betriebe mit 30 und mehr Kühen steigt. Besonders deutlich wird die Zunahme ab 40% und mehr Kühen.
Trotz Verringerung der Kuhzahl wird jetzt annähernd die gleiche Menge an Milch erzeugt wie 1985 (ca. 80.000.000kg), da die Milchleistung je Milchkuh von 1984 bis 1998 um ca. 24% zunahm. Sie liegt derzeit bei den Betrieben, die ihre Kühe der freiwilligen Milchleistungsprüfung unterstellen, bei 5902kg Milch/Kuh und Jahr. Mit über 90% ist die milch- und fleischbetonte Rinderrasse "Deutsches Fleckvieh" am meisten vertreten, gefolgt von der Milchrasse "Schwarzbunte" und dem "Gelbvieh".Rinderhaltung
Unter ähnlichen Problemen wie die Mutterkuhhaltung (sinkende Rentabilität) leidet auch die Rindermast, die sich meist auf männliche Tiere konzentriert. Daneben gibt es aber auch vereinzelt Ochsenmast und Mast von Kalbinnen (Färsen), deren Fleisch besonders zart und verbrauchergerecht ist.
Die Gesamtzahl der Rinder ging nach einem Höchststand im Jahr 1986 bis heute kontinuierlich um rund 10.000 zurück. Das entspricht einer größeren Anzahl an Rindern, als Bullen im Bereich Roth pro Jahr zur Fleischgewinnung geschlachtet werden.
Entsprechend dem Rückgang der Rinderzahlen hat sich die Zahl der Rinderhalter seit 1986 sogar halbiert.Pferdehaltung
Im Pferdebereich stieg die Zahl der Tiere von 1988 bis 1996 auf nahezu das Doppelte und hat damit die Zahl der 1956 im damaligen Landkreis Hilpoltstein gehaltenen Pferde wieder erreicht. Auch die Zahl der Pferdehalter hat sich erhöht.
Die Pferde dienen dabei insbesondere der Freizeitgestaltung, weniger zum Arbeitseinsatz wie früher. Dies zeigt sich auch in der Zunahme der Kleinpferde und Ponys.Viele Pferde werden in Form der sogenannten Pensionspferdehaltung von Landwirten betreut. Die Privatpferdebesitzer wissen ihre Tiere dort gut aufgehoben. Gleichzeitig können sich Landwirte eine Einkommensquelle sichern. Nach wie vor setzen aber einige Landwirte ihre Pferde auch in herkömmlicher Weise z.B. bei der naturschonenden Waldarbeit und im Hopfenbau ein.Schafhaltung
Die Schafhaltung hat im Landkreis große Tradition, gibt es doch eine bedeutende Fläche von über 600ha Sommerweiden. Durch die Beweidung mit Schafherden werden wertvolle Dienste geleistet, um diese Flächen offen und frei von Verbuschung zu halten, mit den entsprechenden Vorteilen für ansonsten gefährdete Pflanzen und Kleintiere. Zudem wächst nebenbei wertvolles, aromatisches Lammfleisch heran ("Altmühltaler Lammfleisch"). Aufgrund des sehr hohen Arbeitsaufwandes der Hütehaltung geht jedoch diese Art der Schafhaltung zurück. Im Landkreis betreiben derzeit noch etwa 7 Schafhalter die Herdenschafhaltung mit jeweils etwa 100-400 Mutterschafen/Betrieb.1988: 268 Schafhalter 6915 Schafe 1996: 223 Schafhalter 7569 SchafeDamwild
Die Damwildhaltung - eine besonders für die Gehegehaltung geeignete Hirschart - hat in den vergangenen 20 Jahren im Bereich Roth/Schwabach mit 577 Tieren in 16 landwirtschaftlichen Betrieben Fuß gefasst. Diese Tierhaltung setzt geeignete Flächen von mindestens einem Hektar Größe voraus mit entsprechend genehmigter ausreichend hoher ausbruchsicherer Umzäunung. Der Damwildhalter muss die Befähigung zur sachgerechten Wildtierhaltung und -behandlung nachweisen.
Vielfach werden Damtiere auf Flächen gehalten, die ausschließlich als Grünland zu nutzen und zudem meist mit Maschinen nur schwer zu bewirtschaften sind. Haus- und Hofnähe sind sinnvoll wegen der notwendigen Tierbeobachtung.Ziegen
Mit 298 Tieren hat die Ziegenhaltung im Bereich Roth/Schwabach einen festen Platz. Etwa 140 dieser Tiere werden in Beständen mit durchschnittlich 3 Mutterziegen gehalten, so dass weiterhin das Wort von der "Kuh des kleinen Mannes" gilt.
Größere Betriebe verarbeiten die Milch vielfach zu Ziegenkäsespezialitäten, wobei als Ziegenrasse die "Bunte Deutsche Edelziege" gehalten wird.Schweinehaltung
Die Schweinehaltung im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach war schon immer der Rinderhaltung nachgeordnet. In den letzten 20 Jahren schrumpfte zudem gerade die Anzahl der kleineren Schweinehalter. Selbst aufstockungswillige Betriebe konnte den zurückgehenden Schweinebestand nicht ausgleichen, da:
- die Gewinnspannen gering sind
- die Konkurrenz durch Einfuhren zu niedrigen Preisen von außerhalb Bayerns groß ist und
- sich neue Schweineställe wegen Umweltschutz-Auflagen gerade im Ballungsgebiet und in geschlossenen Ortslagen nur schwer verwirklichen lassen.
1974: ca.3250 Schweinehalter ca.41.000 Schweine 1999: ca.1100 Schweinehalter ca.21.000 Schweine
Ackerbau
Weizen
Trotz negativer Einflüsse hält sich der Weizenanteil nach dem Rückgang in den Jahren 1990 - 1993 auf einem Niveau von 4.000 bis 4.500ha. Lediglich zur Herbstaussaat 1998 wurde dieser Wert unterschritten, da die Felder aufgrund der ungünstigen, nassen Witterung z.T. nicht bestellt werden konnten. Die Erträge je Hektar konnten aufgrund von Zuchterfolgen sowie pflanzenbaulicher Fortschritte deutlicher verbessert werden als bei anderen Getreidearten. Wegen der insgesamt begrenzten Absatzmöglichkeiten verändert sich die gesamte Erntemenge jedoch seit Jahren kaum.Gerste
Bei Gerste hält der Trend zu Wintergerste bei zurückgehenden Anbauflächen von Sommergerste an, da:
- Wintergerste höhere Erträge bringt
- Getreide im Bereich Roth und allgemein in Deutschland aufgrund niedriger Preise verstärkt verfüttert wird,
- Sommergerste als Braugerste (mit besserem Preis) einen maximalen Eiweißgehalt von 11% aufweisen darf, der sich nicht immer steuern lässt.
1974: Sommergerste: 34ha Wintergerste: 35ha 1998: Sommergerste: 44,6ha Wintergerste: 54,5haRoggen, Triticale
Die Roggenfläche nimmt seit Jahren ab wegen ungünstiger Absatzverhältnisse (Preis) und wegen hoher Auswuchsgefahr bei ungünstiger Witterung.
Als Ersatz wird zunehmend Triticale angebaut, dessen Fläche sich im Landkreis innerhalb von 5 Jahren um das 2,5-fache ausgedehnt hat. Triticale enthält einen relativ hohen Eiweißanteil mit hochwertigen Aminosäuren und eignet sich insbesondere als Futtermittel.
1974: Roggen: 29ha Triticale: 0ha 1999: Roggen: 1532ha Triticale: 1183haHackfrüchte
Mais, insbesondere Silomais, hat die althergebrachte Futterrübe weitgehend verdrängt, da er einen hohen Futterwert (Energie) besitzt, in der Anbau- und Erntetechnik wenig Probleme bereiten und er sich gut silieren und verfüttern lässt.
1999: Mais: 4657ha Kartoffeln: 1746ha Futterrüben: 36haKartoffeln werden insbesondere zur Alkoholherstellung in den Genossenschaftsbrennereien sowie zur Herstellung von Kloßteig angebaut. Die rückläufige Anbautendenz hängt mit den hohen Ertrags-, Preis- und Absatzschwankungen zusammen, sowie mit dem allgemein abnehmenden Kartoffelverzehr.
Speise- u. Veredelungskartoffeln 54% Frühkartoffeln 2% Brennereikartoffel 36% Pflanzkartoffel 4,8% Futterkartoffeln 3%Sonderkulturen
Sonderkulturen spielten im Landkreis Roth und der Stadt Schwabach schon immer eine wichtige Rolle. Von allen bayerischen Landkreisen ist der Landkreis Roth daher auch derjenige mit der größten Vielfalt an landwirtschaftlichen Kulturen.
Hopfen 35% Feldgemüse 2% Streuobst 6% Obstbau 5% Tabak 40% Heilkräuter 5% Spargel 8%Der Spargel hat in den vergangenen Jahren einen bedeutenden Umfang in etwa 180 Betrieben angenommen. Schwerpunkte liegen in den Gemeinden Abenberg, Büchenbach, Georgensmünd und Roth.
Besonders wichtig ist in dem Zusammenhang, dass die Böden im Landkreis zwar keine Spitzenerträge, aber hervorragende Qualitäten hervorbringen. Je Spargelbetrieb werden zwischen 0,1 und 3,5ha angebaut, durchschnittlich 0,55ha Spargel/Betrieb.
Auch der Obstanbau im Landkreis hat viele Gesichter. So findet man im Bereich der Stadt Spalt ein regionales Kirschenanbaugebiet mit Tradition. Daneben hat sich in den letzten Jahren ein Intensivobstbau im Gebiet um Schwabach etabliert, gekoppelt mit Direktvermarktung. Streuobstanbau trägt im östlichen und südlichen Landkreis zur Bereicherung des Landschaftsbildes bei. Vor allem im Schwabachtal, welches klimatisch begünstigt ist, wird viel Obst (v.a. Äpfel) angebaut.
Relativ neuen Datums ist der Anbau von Feldgemüse und von Heilpflanzen, vornehmlich des "Roten Sonnenhutes". Für eine kleine Gruppe von Landwirten sind diese Kulturen eine Nische, um im Vertragsanbau oder über Direktvermarktung ihr Einkommen zu verbessern.
Vom Spalter Hopfen sind 344ha im Landkreis Roth, also 2/3 des viertgrößten deutschen Anbaugebietes. Die Schwerpunkte liegen im Bereich der Stadt Spalt und den Gemeinden Georgensmünd und Abenberg. Weitere Gemeinden mit Hopfenflächen sind Büchenbach, Heideck, Röttenbach und Roth. Spalt zählt mit einem Anteil von 99% Aroma-Sorten zu den Gebieten in der Bundesrepublik mit hochfeinem Aromahopfen. Leitsorten sind Spalter, Spalter Select und Hallertauer Mittelfrüh.
Die Hopfenfläche im Spalter Anbaugebiet ist ebenso wie die Zahl der Hopfenpflanzer zurückgegangen. Die durchschnittliche Anbaufläche je Pflanzer betrug 1999 durchschnittlich 3,2ha und erreichte damit rund 40% des bayerischen Durchschnitts. Die Sonderkultur Tabak hat den Hopfen zwischen 1997 und 1999 flächenmäßig überrundet. Seine Erzeugung in der Region lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Anbauumfang stieg in den letzten Jahren kontinuierlich auf nunmehr über 401ha im Landkreis an. Insgesamt wird in Mittelfranken von 75 Pflanzern auf ca. 724ha Tabak im Vertragsanbau produziert. Das entspricht rund 18% der bundesdeutschen Tabakfläche.
Quellen:
Landschaftspflegeverband in Schwabach
Herr Bartel (hielt einen Vortag)
Bauernverband in Roth
Amt für Landwirtschaft und Ernährung Hersbruck/Roth
Prof. Dr. Spörl
Schwabacher Stadtbibliothek