Dieses Projekt wurde am 4. Mai 1999 ins Leben gerufen und wird getragen von Bund, Ländern und Gemeinden. Es handelt sich dabei um ein Projekt zur sozialen Erneuerung in den Gemeinden, zur Verbesserung des sozialen und kulturellen Angebots sowie zur Verbesserung der Sicherheit. Ebenfalls zu den Zielen des Projekts zählt eine "ökologische Erneuerung". "Die soziale Stadt" zielt vor allem auf zwei Arten von Gebieten:
1. Nicht modernisierte, innerstädtische bzw. innenstadtnahe Gebiete von unterdurchschnittlicher Umweltqualität
2. Wohnsiedlungen aus der Nachkriegszeit mit unzureichender Infrastruktur
1999 standen für den Freistaat Bayern 25 Mio. DM zur Verfügung. Die Kosten etwaiger Sanierungen bzw. Erneuerungen tragen die Gemeinden mit 40%, die restlichen 60% werden zur Verfügung gestellt, daraus folgt ein jährliches Gesamtfördervolumen von 42 Mio. DM.
Eine der wichtigsten Grundlagen eines solchen Projekts sind umfassende Vorbereitungsmaßnahmen wie zum Beispiel eine Flächennutzungskartierung: diese zeigt einzelne Wirtschaftszweige, z.B. Dienstleistung, Gastronomie oder Handwerksbetriebe in den "betroffenen" Gebieten auf.
Eine weitere Maßnahme zur Vorbereitung des Projekts "Die soziale Stadt" war eine Passantenbefragung im Gebiet der Schwabacher Altstadt, die im November 2000 von zwei Schülern des Adam-Kraft-Gymnasiums (C. Ruf, A. Schön) durchgeführt wurde und Meinungen im Bezug auf die Altstadt von 101 Passanten beinhaltet.
Dabei wurden Fragen zur Altersgruppe, der Herkunft sowie der Besuchsgründe gestellt; zudem wurden auch die Meinungen über das Waren- und Dienstleistungsangebot eingefangen und auch das Kultur- und Freizeitangebot Schwabachs war Bestandteil der Befragung.
Neben Statistiken zu Altersgruppen und Ausländerzahl im Untersuchungsgebiet (Altstadt) findet sich auch eine Bewertung des Schwabacher Tourismusbüros, zusammengestellt von der Universität Trier, welche allerdings vernichtend ausfiel: So wurde dieses Tourismusbüro innerhalb eines Jahres von gerade mal 100 Menschen besucht, was bei einer Gesamteinwohnerzahl von knapp 40,000 geradezu erschreckend gering ist. Zurückzuführen sei dieses Ergebnis auf fehlende bzw. mangelhafte Prospekte und Infoschilder, sowie auf einen Etat von nur 17,000 DM im Jahr.
All diese Untersuchungen, Meinungen und Statistiken führten zu folgenden Ergebnissen und Anregungen:
1. Schwabach muss sich bemühen für Touristen ein attraktives Ziel darzustellen, auch Messe- und Ausflugsgäste sollen gelockt werden. Dieses Ziel soll durch ansprechende Werbung, Internetpräsentation sowie eine Verbesserung der touristischen Infrastruktur erreicht werden.
2. Die Hausbesitzer in der Innenstadt sollen angehalten werden niedrigere Geschäftsmieten zu kalkulieren, um dem Leerstand ganzer Gebäude vorzubeugen.
3. Dem Bürger sollen die Vorzüge seiner Heimatstadt nähergebracht werden, nicht nur die Fehler und Nachteile.
4. Die Innenstadt soll vor allem am Abend belebt werden, z.B. durch die geplante Neugestaltung des Marthin-Luther-Platzes.
5. Sämtliche Kräfte, die in der Stadt bzw. auf die Stadt wirken sollen konzentriert und gebündelt werden.
Quellen:
Büro Sipos, Architektur und Stadtplanung et al. (1997)
Stadt Schwabach - Altstadtsanierung - Vorentwurf zu dem Bericht über die Vorbereiteten Untersuchungen, Schwabach 1997