Das MönchstorviertelHier an der Kreuzung Ringstraße/Ludwigstraße, die auch als "Schwabacher Plärrer" bezeichnet wird, pulsiert heute wie früher das Leben. An die 500 Jahre bis 1875 stand hier das Mönchstor zwischen der Hausnummer 14 (Schuhhaus) und dem Café Beck. Das Bekleidungshaus Käferlein und das Kaufhaus Müller (ehemals Comet) stehen an der Stelle des früheren Torwerks, das mit einer rasselnden Kettenbrücke geschlossen werden konnte.
Das ganze Stadtviertel heißt seit dem Mittelalter nach diesem Tor das Mönchstorviertel.
Die vier Stadtviertel Schwabachs sind nach den vier Toren benannt worden: Mönchstor, Zöllnertor, Hördlertor und Nürnberger Tor. Demnach gab es auf jedem Ufer der Schwabach zwei Viertel, die jeweils von einem Viertelmeister verwaltet wurden. Das Mönchsviertel war das vornehmste.
Es erstreckte sich bis über den Marktplatz hinaus. Dazu gehörten der Mönchshof, die Pfarrhäuser, die Stadtkirche, das Rathaus, das Oberamtshaus, die Fürstenherberge etc.
Um 1200 wird aus den karolingischen Königshof der Mönchshof bzw. der Ebracher Hof. Das Hauptgebäude wird Sitz für den Ebracher Magister, der Konversen (Laienmönche) und Kolonen (Klosterbauern) beaufsichtigt und für die Ablieferung der Steuerabgaben sorgt. Das Kloster erweiterte allmählich seinen Grundbesitz, so dass viele Güter in Form von Getreide, Früchten und Geflügel in den zwei großen Scheunen des Mönchshof gelagert wurden. Heute kann man sich im Getreidekasten neu einkleiden (Mode Frenzel) und in der Zehentscheune einen Cappuccino trinken (Café Mönchshof).Das Franzosenviertel
Wir landen nun bei der Franzosenkirche auf der Boxlohe. Das Viertel wird auch "Franzosenviertel" genannt, weil es 1686 durch die Hugenotten ausgebaut wurde. Sie durften sich zu dieser Zeit mit Zustimmung des Markgrafen dort niederlassen. Historisch und architektonisch interessant ist das Anwesen hinter der Kirche. An der Stelle Boxlohe 11 stand ehemals ein Stadel, den die Französisch - Reformierte Gemeinde 1711 mit markgräflicher Genehmigung abreißen und an dessen Stelle halb massiv von Sandstein und halb von Fachwerk ein Kranken- und Armenhaus erbaute. 10 Jahre später wurde das dreistöckige Haus Nr. 9 als Pfarr- und Schulhaus gebaut. Auch eine französische Bäckerei beherbergte das Haus. Der "Franzosenbäck" erhielt das Privileg, das Brot sowohl im eigenen Laden als auch im städtischen Brothaus unter dem Rathaus und auf den Märkten zu verkaufen. Eigentlich ist das Franzosenviertel kein richtiges Stadtviertel, es beschreibt lediglich die rechtliche Grundlage für den Aufenthalt der verfolgten Franzosen.
Das Judenviertel
1337 wird zum ersten Mal ein Jude in der Stadt Schwabach erwähnt. 1685 wurde die Synagoge, die bis heute Bestand hat und sich in der Synagogengasse befindet, erbaut. 1799 fand ein Neubau der Synagoge stand. Von 1925 an sinkt die Zahl der in Schwabach lebenden Juden drastisch. 1938 wurde dann die Synagoge verkauft, aber nicht von dem neuen Besitzer abgerissen.
Eine wichtige Sache, die man vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass es in geographischer Hinsicht kein Judenviertel bzw. damals auch "Ghetto" genannt in Schwabach gegeben hat. Die jüdischen Gemeindemitglieder waren über die ganze Stadt verteilt. Natürlich kann man trotzdem davon ausgehen, dass es in der Synagogengasse mehr jüdische Einwohner als sonst in irgendeinem anderen Teil von Schwabach gegeben haben muss.